Zahntechnik

Interview mit Thomas Hirt von Ivoclar Vivadent

"Wir forschen im Bereich Zahntechnik sehr intensiv"

„Wir haben sehr strenge Maßstäbe, was die Qualität, Funktionsweise und Lebensdauer unserer Produkte anbelangt. Wenn wir ein Produkt einführen, wollen wir zu den Klassenbesten gehören.“ Thomas Hirt, Chief Technology Office von Ivoclar Vivadent
Ivoclar Vivadent

„Wir haben sehr strenge Maßstäbe, was die Qualität, Funktionsweise und Lebensdauer unserer Produkte anbelangt. Wenn wir ein Produkt einführen, wollen wir zu den Klassenbesten gehören.“ Thomas Hirt, Chief Technology Office von Ivoclar Vivadent

Thomas Hirt ist seit bald sechs Jahren Chief Technology Officer von Ivoclar Vivadent und verantwortet die Entwicklung neuer Produkte. Welche Ansprüche ein Produkt erfüllen muss, damit Ivoclar Vivadent draufstehen darf und wieso das Unternehmen ganz intensiv im Bereich Zahntechnik forscht, erklärt er im persönlichen Gespräch.

Herr Hirt, der Countdown zur IDS 2019 hat begonnen. Ivoclar Vivadent wird wieder viele Neuprodukte präsentieren. Welche Kriterien muss ein Produkt erfüllen, damit es zu Ihrem Unternehmens-Portfolio passt?

Thomas Hirt: Es muss innovativ sein und einen echten Mehrwehrt für unsere Kunden mitbringen. Zudem muss es ästhetische und vorhersehbare Ergebnisse in möglichst kurzer Behandlungs- oder Bearbeitungszeit ermöglichen. Wir suchen gezielt nach Produkten, die die Prozesse von Zahnärzten und Zahntechniker verbessern und wirtschaftlicher machen.

Ist Effizienz heute das grosse Schlagwort in der Dentalbranche?

Hirt: Wenn wir unsere Kunden fragen, ist das eines der grossen Bedürfnisse, ja. Zahnärzte und Zahntechniker wollen in möglichst kurzer Zeit bestmögliche Ergebnisse erreichen. Unsere Aufgabe als Ivoclar Vivadent ist es, sie dabei zu unterstützen, ihnen eine Steigerung ihrer Produktivität ohne qualitative Kompromisse zu ermöglichen.

Wie tun Sie das?

Hirt: Indem wir die Arbeitsprozesse von Zahnärzten und Zahntechnikern stetig analysieren und uns überlegen, mit welchen Abläufen, Produktsystemen und Geräten sie ihre Arbeit noch besser und schneller erledigen können. Wie sie Arbeitsschritte sparen können oder Prozesszeiten verkürzen. Oder wie sie mit neuen Materialien noch zuverlässiger hochästhetische Ergebnisse erzielen können.

Es geht um die Optimierung des ganzen Workflows?

Hirt: Ja genau. Top-Produkte sind die Grundvoraussetzung, damit ein Zahnarzt oder ein Zahntechniker gute Ergebnisse erzielen kann. Aber es gibt noch viele Möglichkeiten, die die Arbeitsabläufe verbessern können. Ich denke dabei an das Ineinandergreifen der verschiedenen Produktsysteme und an die Sicherstellung eines zuverlässigen, validierten Gesamtablaufs. Auch die Dokumentation und die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Zahnarzt und Zahntechniker bei der Planung und Umsetzung der Patientenversorgung ist sehr wichtig. Die digitalen Technologien eröffnen hier ganz neue Möglichkeiten und Chancen.

Wie wichtig ist das Thema Weiterbildung?

Hirt: Es ist wichtig und wird in Zukunft noch wichtiger. Nur wer weiß, wie Produkte und Geräte bestmöglich eingesetzt werden können, wird auch bestmögliche Resultate erzielen. Ivoclar Vivadent betreibt 31 Ausbildungszentren (International Centers of Dental Education) weltweit, um Zahnärzte und Zahntechniker in diesem Bereich professionell zu unterstützen. Zudem stecken wir viel Arbeit in unsere ausführlichen Gebrauchsinformationen, in Arbeitsanleitungen, Bedienungsoberflächen sowie unser wachsendes Angebot an Videotutorials.

An wie vielen Neuprodukten arbeiten Sie pro Jahr?

Hirt: Pro Jahr geben wir 12-25 Produkte zum Verkauf frei. Ungefähr ein Drittel davon sind wirklich innovative Produkte. Eine Produktentwicklung dauert bei uns 1 bis 8 Jahre.

Wie viele davon sind für den Zahnarzt und wie viele für den Zahntechniker?

Hirt: Wir arbeiten an deutlich mehr Projekten für Zahntechniker als für Zahnärzte. Dementsprechend lancieren wir in diesem Bereich auch deutlich mehr Produkte und investieren in der Forschung und Entwicklung auch mehr Geld in die Zahntechnik. Wir sehen immer noch grosses Potential in der Entwicklung und Vermarktung neuer Lösungen für die Zahntechnik.

Würden Sie Ivoclar Vivadent als technologischen Vorreiter bezeichnen?

Hirt: Das hängt vom Bereich ab, unsere Produktepalette ist breit. Wir haben sehr hohe Ansprüche, was die Qualität, Funktionsweise und Lebensdauer unserer Produkte anbelangt. Wenn wir ein Produkt einführen, wollen wir der Beste sein oder wenigstens zu den Klassenbesten gehören. Deshalb können wir nicht in jedem Bereich Vorreiter sein. Aber ich glaube, wir schaffen es in sehr vielen Kategorien, mit unseren innovativen Lösungen zu den Besten zu gehören und einzigartige Lösungen anzubieten. Und darüber sind wir natürlich sehr glücklich.

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