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Impfen? Aber ja! Ein starkes Signal der Zahnärzteschaft
Von Chefredakteur Marc Oliver Pick

Von Chefredakteur Marc Oliver Pick

Das beherrschende Thema der vergangenen Wochen war (und ist bis heute) die Frage, welche Auswirkungen die Einrichtungsbezogene Impfpflicht, die wie andere Gesundheitseinrichtungen auch Zahnarztpraxen betrifft, haben wird. Ein anderes Thema, nicht ganz so intensiv diskutiert, ist die Möglichkeit von Zahnärztinnen und Zahnärzten, nach entsprechender theoretischer und praktischer Fortbildung selbst Teil der Impfkampagne zu werden. Dazu ist zu sagen, dass die nötigen Curricula entwickelt wurden und zum Teil schon jetzt, spätestens aber Anfang März absolviert werden können. In einzelnen Kammerbereichen wurde aufgrund mangelnder Nachfrage allerdings auf das Angebot von Schulungsangeboten gänzlich verzichtet.

Abwicklung der Honorierung für das Impfen

Bislang noch nicht final geklärt sind die Punkte Haftpflichtabsicherung und vor allem die Abwicklung der Honorierung für die Tätigkeit als impfender Zahnarzt und impfende Zahnärztin. Zunächst sieht es wohl am ehesten danach aus, als könne die Unterstützung seitens der Zahnärzteschaft in Impfzentren oder impfenden Hausarztpraxen realisiert werden, künftig ist aber durchaus auch denkbar, Impfungen in der eigenen Praxis durchzuführen.

Und wie sieht es mit der Bereitschaft seitens der Zahnärzteschaft aus, sich fortzubilden und unterstützend tätig zu werden? Dazu hat die Redaktion bei den Landeszahnärztekammern nachgefragt und zum Teil sehr detaillierte Aufschlüsselungen darüber erhalten, wer im Einzelnen angeschrieben wurde, wie viele Anfragen beantwortet wurden und wie viele Zahnärztinnen und Zahnärzte sich bereit erklärt haben, mitzumachen. Das Ergebnis der Nachfrage in einem Wort: uneinheitlich.

Impfkampagne durch aktive Teilnahme unterstützen

Bundesweit lässt sich die Bereitschaft nicht mit einem Durchschnittswert beziffern, aber unterm Strich ist es eine erfreulich hohe Zahl, egal ob aktive Zahnärztinnen und Zahnärzte, Assistentinnen und Assistenten oder Ruheständler angesprochen wurden, ob sie bereit sind, die Impfkampagne durch aktive Teilnahme zu unterstützen. Es gibt deutliche regionale Unterschiede: Ist in manchen Kammerbereichen von „vereinzeltem Interesse“ die Rede, berichten andere Kammerbereiche von bis zu einem Drittel der angeschriebenen Zahnärzte und Zahnärztinnen, die gerne an den Impfungen mitwirken würden. Insgesamt ist dies ein starkes Signal der Zahnärzteschaft, einen wichtigen Beitrag zum Fortschritt der Impf­kampagne leisten zu wollen.

Ein Beitrag, der wertvoll ist und bleiben wird, auch wenn das RKI meldet, dass das Impftempo in Deutschland weiterhin sinkt, insbesondere was die Zahl der Drittimpfungen angeht (die Zahl der Erst- und Zweitimpfungen liegt bereits seit Oktober 2021 auf niedrigem Niveau). Mit einem gewissen zeitlichen Verzug ist aber davon auszugehen, dass es noch einmal einen Anstieg der Impfnachfrage geben wird. Zurzeit haben erst rund 56 Prozent der Deutschen eine Auffrischungsimpfung bekommen, knapp ein Viertel der Bevölkerung ist noch gar nicht geimpft, wobei allerdings für knapp fünf Prozent auch noch kein Impfstoff zugelassen ist. Angesichts dessen sind zusätzliche Impfkapazitäten nötig und sinnvoll. Auch ist noch nicht klar, ob nicht gegebenenfalls doch noch weitere Impfungen, zum Beispiel für besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen, nötig werden, oder ob neue Virusvarianten ein Nachimpfen mit verbesserten beziehungsweise angepassten Impfstoffen erforderlich machen.

Noch keine Zahlen zur Impfquote des Praxispersonals

Ein interessanter „Nebenbefund“ unserer Fragen an die Landeszahnärztekammern: Wir wollten auch wissen, ob Zah­len zur Impfquote unter den Beschäftigten in den Zahnarztpraxen vorliegen. Die erstaunliche Antwort, und zwar unisono: nein. Es liegen keine Zahlen zur Impfquote des Praxispersonals vor … Oder muss man sagen, noch nicht? Spätestens ab 15. März dürfte sich das ändern.

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