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Wrigley Prophylaxe Preis 2023: Die Gewinner

Mundgesundheit im Fokus


Mit Zahnseide, Rezepten und sozialen Projekten für Jung und Alt

Am 24. November wurden die Gewinner des Wrigley Prophylaxe Preises 2023 bekannt gegeben. Die Jury prämierte Studien und Projekte aus Greifswald, Köln, Heidelberg und Freiburg.

  1. Eine Langzeituntersuchung bestätigte erstmals den Langzeitnutzen von Zahnseide und anderen Hilfsmitteln für die Mundgesundheit.
  2. In einer weiteren Arbeit wurden Rezepte speziell für Patienten mit Erosionen entwickelt, die den Zahnschmelz vor den Angriffen saurer Speisen und Getränke schützen.
  3. Zwei mit einem Sonderpreis ausgezeichnete Projekte haben junge und alte Menschen im Blick: Das eine kümmert sich um die Mundgesundheit stationärer Kinder im Krankenhaus, das andere ermöglicht Studenten in einem Simulations-Lehrparcours, zahnmedizinisch relevante Einschränkungen im Alter am eigenen Leib zu erfahren.

Der Wrigley Prophylaxe Preis gehört zu den renommiertesten Auszeichnungen in der Zahnmedizin. Eine unabhängige Jury aus Wissenschaftlern bewertet Arbeiten aus Forschung und Praxis, die zur Verbesserung der Mundgesundheit beitragen. Seit der Gründung 1994 steht der Preis unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ). Stifterin ist die wissenschaftliche Initiative „Wrigley Oral Healthcare Program“.

Hintergrund ist: Das regelmäßige Kauen von zuckerfreiem Kaugummi gehört neben Zähneputzen und gesunder Ernährung zu den drei Kernempfehlungen der medizinischen Leitlinie zur Kariesprophylaxe, die jeder eigenverantwortlich umsetzen kann.

1. Platz: Ab durch die Lücke: Zahnzwischenräume putzen bringt´s!

Es lohnt sich, zusätzlich zum regelmäßigen Zähneputzen die Zahnzwischenräume mit Zahnseide, Interdentalbürsten und ähnliches zu reinigen: Die kleine Mühe scheint langfristig vor Parodontitis zu schützen.

Zu diesem Schluss kommen Privatdozentin Dr. Birte Holtfreter und ihr Team von der Universitätsmedizin Greifswald. In ihrer Studie haben sie erstmals die Langzeiteffekte von Zahnseide und ähnlichem auf die Mundgesundheit untersucht (Prämie: 5.000 Euro). Dafür analysierten sie Daten von 2.224 Probanden, die im Schnitt 7,4 Jahre wissenschaftlich begleitet worden waren. Die tägliche Anwendung von Zahnseide und Interdentalbürsten hatte die Entstehung von Zahnbelag, Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischtaschen deutlich verringert.

Den größten Effekt auf alle drei Komponenten hatte Zahnseide. In Einklang mit den Ergebnissen früherer Studien spricht auch diese Arbeit dafür, dass die Verwendung von Zahnseide und anderen Hilfsmitteln zur Reinigung der Zahnzwischenräume die Mundgesundheit schützt. 

2. Platz: Rezepte gegen Zahnschmelzerosionen

Die Häufigkeit von Erosionen, also säurebedingten Zahnschäden, steigt seit Jahren. Anfangs verursachen sie keine Beschwerden, im fortgeschrittenen Stadium werden die Zähne aber empfindlich und können beim Kontakt mit warmen oder kalten Speisen schmerzen. Erosionen entstehen hauptsächlich durch den Verzehr von sauren Speisen und Getränken, wie Limonaden, Fruchtsäfte, Obst, Essig oder sauer eingelegtem Gemüse. Eine bewährte Strategie, Säureangriffe dieser Lebensmittel auf die Zähne zu entschärfen, ist die Kombination mit Kalzium. Bislang gab es aber nur pauschale Empfehlungen, zum Beispiel eine Kalziumtablette zum Orangensaft zu geben.

Diplom-Ökotrophologin Dorothee Hahne aus Köln und Zahnmediziner haben nun erstmals Rezepte für Speisen und Getränke mit Erosionsschutz entwickelt (Prämie 2.000 Euro). Dazu haben sie Originalrezepturen saurer Gerichte verändert und nachgewiesen, dass beispielsweise Salatsoßen oder Obstsalate nach Zugabe von kalziumhaltigen Zutaten wie Joghurt, Käse oder Nüssen den Zahnschmelz weniger oder nicht mehr angreifen.

Interessante Erkenntnisse gab es auch bei Getränken: Bei Orangen- und Apfelsaft entfalteten bereits geringe beziehungsweise etwas höhere Kalziumzusätze Erosionsschutz. Bei Cola nützten auch hohe Kalziumzusätze nichts: Es blieb erosiv und griff den Zahnschmelz weiterhin an. 

Preisträger Männer und Frauen dekoriert mit Preisen

Wrigley Prophylaxe Preis-Verleihung 2023
Von links: Prof. Dr. Hendrik Meyer-Lückel (Jury, Bern), Janina Werner (Wrigley Oral Healthcare Program, Unterhaching), Dr. Christian Rath (Jury, Darmstadt), PD Dr. Birte Holtfreter (Preis Wissenschaft, Greifswald), Dr. Anna-Lena Hillebrecht (Sonderpreis, Freiburg), Prof. Dr. Joachim Klimek (Jury, Gießen), Dr. Kerstin Aurin (Sonderpreis, Heidelberg), Prof. Dr. Rainer Haak (Jury, Leipzig), Dipl. oec. troph. Dorothee Hahne (Preis Wissenstransfer in die Praxis, Köln), Prof. Dr. Werner Geurtsen (Jury, Hannover), Prof. Dr. Annette Wiegand (Jury, Göttingen). Nicht im Bild: Prof. Dr. Thomas Attin (Jury, Zürich)

1. Sonderpreis: Zahnputzperlen motivieren schwer kranke Kinder

Kinder mit schwerwiegenden Diagnosen wie Krebs oder einer Herzerkrankung müssen oft längere Zeit stationär im Krankenhaus bleiben. Die Mundgesundheit steht in dieser Situation meist nicht an erster Stelle, ist aber wichtig, denn unbehandelte Karies kann für diese Kinder ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Bei dem Projekt „Zahnputzperle“ von Dr. Kerstin Aurin und ihrem Team vom Verein Zahnputzfuchs e. V. aus Heidelberg (Prämie: 2.500 Euro) motivieren Schüler der Klassen 6 bis 9 die kranken Kinder, ihre Zähne regelmäßig zu putzen. Dafür basteln sie im Kunstunterricht aus Modelliermasse etwa 2 cm große Unikate in Zahnform und gestalten diese liebevoll mit Zipfelmütze, Hut, Bart oder einem zwinkernden Auge. Eine solche Zahnputzperle dürfen sich die kleinen Patienten dann in der Kinderklinik als Belohnung für regelmäßiges Zähneputzen oder in Situationen, in welchen das Zähneputzen schwer fällt, aussuchen. Bundesweit nehmen derzeit elf Kliniken und Schulen an dem Projekt teil.

Der Sonderpreis ist eine wichtige Auszeichnung für ein Praxisprojekt wie die „Zahnputzperle“: Es rückt in den Fokus der Öffentlichkeit und hat gute Chancen, sich breiter zu etablieren. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verbesserung der Zahngesundheit gelangen damit schneller auf direktem Weg in die Praxis – und genau dafür engagiert sich das WOHP.

2. Sonderpreis: Lehrparcours simuliert Behinderungen im Alter

Aufgrund des demografischen Wandels werden künftige Zahnärzte mehr Senioren mit altersbedingten Einschränkungen behandeln, die Einfluss auf die zahnmedizinische Betreuung haben. Damit Studenten der Zahnmedizin sich besser in diese Probleme hineinversetzen können, haben Dr. Anna-Lena Hillebrecht und ihr Team vom Universitätsklinikum Freiburg einen Lehrparcours entwickelt, der typische Behinderungen im Alter simuliert (Prämie: 2.500 Euro).

An vier Stationen erfahren die Studenten am eigenen Leib, wie schwierig es ist, beispielsweise mit einer Augenerkrankung den Fragebogen in der Praxis auszufüllen, mit zitternden Händen eine Prothese zu reinigen, oder wie sich Mundtrockenheit anfühlt. Anschließend erarbeiten sie Strategien für die bestmögliche Betreuung und Unterstützung dieser Patienten. 

Der Lehrparcours kann im Rahmen des Zahnmedizinstudiums an Universitäten eingesetzt werden, eignet sich aber auch zur Schulung von Praxisteams und Pflegepersonal.