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PAR-Richtlinie

Darauf müssen ZMP künftig achten

„Ich kann nur empfehlen, sich durch entsprechende Fortbildungen, regelmäßige Up-dates und Fachartikel mit diesem Thema auseinanderzusetzen und dann mit dem gesamten Team zu kommunizieren“, so DH Beverburg.
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„Ich kann nur empfehlen, sich durch entsprechende Fortbildungen, regelmäßige Up-dates und Fachartikel mit diesem Thema auseinanderzusetzen und dann mit dem gesamten Team zu kommunizieren“, so DH Beverburg.

Seit dem 1. Juli 2021 gilt die neue PAR-Richtlinie - in allen dentalen Medien und Verbänden nehmen sie viel Raum ein. Aber wissen wirklich mittlerweile alle Bescheid über die Änderungen beziehungsweise wie die Richtlinie in den Praxen umzusetzen ist? In nachstehendem Interview berichtet Dentalhygienikerin Christine Beverburg, Teamleitung der ZMP-Aufstiegsfortbildung der Haranni Academie für Heilberufe GmbH (Herne) und Referentin weiterer Prophlaxe-Kurse der Haranni Academie, unter anderem, was sich für die ZMP ändert.

Kurz nach Inkrafttreten der neuen PAR-Richtlinie herrscht teilweise noch eine große Unsicherheit in den Praxen. Wie lässt sich dem begegnen?

Christine Beverburg: Das Thema ist in der Tat sehr komplex - es geht ja nicht nur um die neue Richtlinie des gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zur zukünftigen Abrechnung, sondern auch um - die deutsche Implementierung der neuen S3- Leitlinie für die Behandlung von Parodontitis Stadium I-III der EFP, in der die neue Klassifikation der Parodontitis zur Anwendung kommt. Da kann einem schon der Kopf schwirren bei erster Betrachtung. Ich kann nur empfehlen, sich durch entsprechende Fortbildungen, regelmäßige Up-dates und Fachartikel mit diesem Thema auseinanderzusetzen und dann mit dem gesamten Team zu kommunizieren.

Sind die Behandlungsempfehlungen für Sie detailliert genug oder muss noch nachgebessert werden?

Beverburg: Wir arbeiten bereits mit den Schwerpunkten Prävention/Prophylaxe und haben ein ausgereiftes Konzept für die Nachsorge unserer an Parodontitis erkrankten Patienten entwickelt. Im Prinzip entspricht unser Behandlungskonzept bereits den neuen Richtlinien und es sind nur wenige Nachbesserungen notwendig. Einen Vorschlag zur Nachbesserung habe ich allerdings: Während ein aktiver Raucher (mehr als zehn Zigaretten täglich) die UPT zukünftig dreimal pro Kalenderjahr von der Krankenkasse bezahlt bekommt, bekommt der Patient, der das Rauchen aufgegeben hat, diese Behandlung nur zweimal im Jahr von der Krankenkasse finanziert. Ich denke, der Patient sollte eigentlich dafür belohnt werden, dass er mit dem Rauchen aufgehört hat. In diesem Fall wird er danach schlechter gestellt.

Sie sind als Teamleitung der ZMP-Aufstiegsfortbildung der Haranni Academie ganz nah dran an den Teilnehmerinnen. Was müssen ZMPs zukünftig beachten?

Beverburg: Die neuen Leitlinien untermauern die Bedeutsamkeit der UPT. ZMP müssen sich bewusst sein, dass eine PMPR (bisher PZR) nicht mit der UPT gleichzusetzen ist. Die Kontrolle der Risikofaktoren soll Teil der ersten Therapiestufe sein. Deshalb muss die ZMP sich nicht nur mit der PMPR und der häuslichen Mundhygiene (sprich dem mechanischen und chemischen Biofilmmanagement) auseinandersetzen, sondern auch mit interdisziplinären Aspekten wie Diabetes und Rauchen. Dieser Faktor findet auch bei der der Antragstellung Beachtung. Die UPT-Intervalle müssen an den Patienten je nach Klassifikation angepasst werden. Das heißt, dass sich die ZMP zukünftig, auch wenn sie die Diagnose nicht stellen muss, mit der Klassifikation der Parodontitis auseinandersetzen muss. Außerdem sollte sie auch bei der Terminvergebung aufmerksam sein.


23.08.2021: Start der neuen ZMP-Aufstiegsfortbildung
20.11.2021: Sind Sie noch up to date? ZMP-Auffrischung
Weitere Infos und Anmeldung unter www.haranni-academie.de


Häufig fühlen sich die Prophylaxe-Assistentinnen nicht genügend vorbereitet für Aufklärungs- und Therapiegespräche sowie individuelle Mundhygiene-Unterweisungen, die nun aber fester Bestandteile im Leistungskatalog sind. Üben Sie das in den Fortbildungen, die Sie betreuen?
Beverburg: Selbstverständlich üben wir das in der ZMP-Fortbildung im Bereich Kommunikation und Therapie beziehungsweise Therapieplanung und natürlich im Intensivpraktikum am Patienten. Außerdem erhalten die ZMP Informationen in Form von Skripten, Infobroschüren und Checklisten. Aktuell habe ich für den ZMP-Kurs eine Checkliste zur Adhärenz/Motivation und Mundhygiene des Patienten erstellt, die auch später in der Praxis genutzt werden kann. Das Aufklärungs- und Therapiegespräch ist zwar eine vom Zahnarzt zu erbringende Leistung, aber die ZMP sollte die Fragen des Patienten kompetent beantworten können. Denn jeder kennt die Situation, dass der Behandler den Raum verlässt und der Patient sich erst dann traut, die entsprechenden Fragen zu stellen. Auf diese Situation werden die ZMP in der Fortbildung vorbereitet und geschult.

Die Haranni Academie lädt ein zum
6. Präventions-Forum: 3. und 4. September 2021 in Herne.
Weitere Informationen unter bit.ly/3h22Pze

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