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Der Kommentar

Auf in ein neues, spannendes Jahr!

Von Chefredakteur Marc Oliver Pick
dzw

Von Chefredakteur Marc Oliver Pick

Zunächst wünsche ich allen Leserinnen und Lesern der dzw ein frohes neues Jahr!

In Sachen Corona gibt es leider nach wie vor keine Entwarnung, ganz im Gegenteil: Die ursprünglich in diversen Prognosen für die letzte Woche des vergangenen Jahres vorhergesagte Omikron-Welle ist so schnell nicht eingetreten, aber die Zeichen stehen – steigende Inzidenzen machen das deutlich – auf einer erneuten Verschärfung des Infektionsgeschehens. Zwar scheint die Zahl schwerer Fälle mit der Notwendigkeit einer intensivmedizinischen Betreuung geringer zu sein als unter der bislang vorherrschenden Delta-Variante des Virus, aber eine hohe absolute Zahl an Infizierten könnte durch ihre schiere Größe dennoch die Kapazitäten in den Krankenhäusern an den Rand des Möglichen bringen.

In diesem Zusammenhang überschlagen sich die Medien mit Vorhersagen drohender Kapazitätsengpässe nicht nur im Gesundheitswesen, sondern auch in besonders strukturrelevanten Bereichen wie Energieversorgung, Feuerwehr, Polizei, aber auch im Einzelhandel etcetera. Nicht von ungefähr kommen Vorschläge, die Quarantänedauer für bestimmte relevante Bereiche zu verkürzen, um die Versorgung in der Breite aufrecht erhalten zu können.

Positives aus dem zahn­medizischen Bereich

Aber es gibt neben den mittlerweile schon zum Tagesgeschäft gehörenden Mel­dungen über die Pandemie auch Positives zu berichten, und zwar im zahn­medizischen Bereich: Die Therapie schlafbezogener Atmungsstörungen mit Unterkieferprotrusionsschienen (UPS) ist seit 1. Januar 2022 Teil des Leistungspakets der gesetzlichen Krankenkassen. Sie steht als sogenannte Zweitlinientherapie jetzt also „auf Kasse“ zur Verfügung, wenn die Behandlung mit einer CPAP-Beatmungs-Maske nicht erfolgreich durchgeführt werden kann.

Unterkieferprotrusionsschienen und Intraorale Schlaftherapiegeräte (IST-Geräte) werden in der Zahnmedizin seit Jahren erfolgreich gegen Schnarchen, obstruktive Schlafapnoe und weitere Schlafstörungen eingesetzt. Seit 1. Januar kann die UPS zu Lasten der GKV auf Basis einer ärztlichen Indikationsstellung und Überweisung „verordnet“ werden. Dabei können auch die zahnärztliche Anamnese oder zahnmedizinische Befunde Anhaltspunkte für schlafbezogene Atmungsstörungen wie die obstruktive Schlafapnoe geben und Zahnmediziner durch ihre Überweisung an die ärztliche beziehungsweise somnologische Praxis eine UPS-Therapie initiieren.

Ärzte und Zahnärzte müssen die Versorgung interdisziplinär gestalten

Eine Besonderheit ist die Betonung und unbedingte Voraussetzung der Interdisziplinarität: Ärzte und Zahnärzte müssen die Versorgung mit einer UPS immer interdisziplinär gestalten, patientenindi­viduell und nach Ausschluss zahnmedizinischer Kontraindikationen. Auch wenn die UPS als Kassenleistung neu ist, die fachübergreifende Zusammen­arbeit zwischen Zahnärzten, Internisten, Pulmologen und Schlafmedizinern ist es nicht. Sie wird bereits seit vielen Jahren bei der Behandlung schlafbezogener Atmungsstörungen mit Erfolg praktiziert. Die dzw wird in den nächsten Ausgaben auf die fachlichen Aspekte sowie vor allem abrechnungstechnische Besonderheiten der zahnärztlichen Schlafmedizin eingehen und den vorgeschriebenen Behandlungsweg im Detail vorstellen.

Ein weitaus „größerer Brocken“ erwar­tet Sie, liebe Leserinnen und Leser, im darauffolgenden Schwerpunkt, wenn wir das Thema Prothetik von allen Seiten betrachten. Trotz Prävention bleibt Zahnersatz mittelfristig fester Bestandteil des zahnärztlichen Behandlungsspektrums, auch wenn er immer später im Leben der Patienten eine Rolle für den Erhalt von Funk­tion und Ästhetik spielt.

Planung und Umsetzung von Zahnersatz

Neben den unterschiedlichen Versorgungsmöglichkeiten und deren zahnmedizinische und zahntechnische Umsetzung bis hin zu Abrechnungsfragen wird es in unserem Schwerpunkt auch darum gehen, was bei der Planung und Umsetzung von „ZE“ angesichts immer älter werdender Patienten beachtet werden muss, damit Zahnersatz auch im hohen Alter bei unter Umständen eingeschränkter Motorik handhabbar bleibt. Dazu gehört auch die Vorstellung verschiedener Optionen der Erweiterung und des Umbaus von vorhandenem Zahnersatz bis hin zu den Auswirkungen der Tatsache, dass immer älter werdende Patienten immer mehr eigene Zähne aufweisen.

Alles in allem ein komplexes Thema mit vielen unterschiedlichen Aspek­ten in zahnmedizinischer wie zahntech­nischer Hinsicht, die es wert sind, in der nötigen Breite wie im Detail gleicher­maßen betrachtet zu werden. 

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