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Alles startklar?

Das neue Jahr begann mit einem Sonntag. Ausschlafen zwischen Frühstück genießen und Katerstimmung.

Ausblick: Das neue Jahr und seine Herausforderungen

Was wird das Jahr 2023 für die Zahnarztpraxen bringen? Glaskugeln wollen wir hier nicht. Auch 2023 wird Überraschungen für uns parat haben, aber einige Themen sind bereits jetzt fest in den Zeitenlauf des Jahres eingeschrieben.

Kosten, Kosten, Kosten

„Die Inflation sinkt im Dezember auf 8,6 Prozent“, schlagzeilen die Blätter. Sinken auf hohem Niveau. Dazu kommen die steigenden Strompreise: 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Liter Sprit plus 36 Cent. Das müssen nicht nur die Niedergelassenen bezahlen, sondern auch die Angestellten. Das bedeutet Lohnerhöhung in Zeiten des Fachkräftemangels – alternativlos. Und die Patienten? Sie werden bei klammen Kassen eher mal auf PZR, aufschiebbare Behandlungen verzichten und auch beim Zahnersatz sehr wirtschaftlich kalkulieren. Auf die Coronakrise folgt die Kostenkrise und auch der Fachkräftemangel wird uns weiter begleiten.

Die Rückkehr der Budgetierung

Mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz hat Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach der Zahnärzteschaft für 2023 die Rückkehr der Budgetierung beschert. Das wird sicherlich Auswirkungen auf die gerade erst eingeführte PAR-Richtlinie haben. Im GKV-Bereich wird es nun ganz entscheidend auf das Verhandlungsgeschick der KZVen mit den Kassen ankommen, wie stark sich die Budgetierung auf das Abrechnungsniveau auswirkt. Spürbar wird es für die Praxen werden. Ein Sonnenscheinchen gibt es hier im PKV-Bereich. Das Beratungsforum on BZÄK, PKV und Beihilfe hat erreicht, dass die PKV die analoge Berechnung der leitliniengerechten PAR-Leistungen anerkennen.

Ist das digital oder kann das weg?

Ein Dauerbrennerthema wird auch 2023 die Digitalisierung bleiben – vor allem die staatlich verordnetete Telematikinfrastruktur. Wie es hier derzeit läuft, illustriert dieses kleine Stimmungsbild. Sieben KZVen haben eine Verdachtsanzeige zur „zweckwidrigen Verwendung von GKV-Mitteln aufgrund des Beschlusses der Gesellschafterversammlung der Gematik“ zum Konnektortausch bei der „Stelle zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen des GKV-Spitzenverbands“ eingereicht. Der Korruptionsvorwurf: Durch den Konnektortausch anstelle einer möglich Softwarelösung entstünden zulasten der GKV-Versicherten Mehrausgaben von 72.654.050 Euro allein im Zeitraum vom. 1. September 2022 bis zum 31. März 2023. Das nur zum aktuellen Stand der TI-Kosten-Nutzen-Rechnung.
Auch nicht schön: Mit dem Krankenhauspflegeentlastungsgesetz kommt die TI-Pauschale. Das bedeutet die (Zahn-)Arztpraxen werden künftig bei größeren Neuanschaffungen in Vorleistung gehen müssen. Wir hoch die Pauschale ausfällt, die ab dem 1. Juli 2023 ausgezahlt wird, sollen nun KBV und der GKV-Spitzenverband erst einmal für zwei Jahre aushandeln. Am Ende wird es voraussichtlich aber Vater Staat festlegen. Einigen die beiden sich nicht, entscheidet das BMG. Kein Zwinkersmiley.
Doch es gibt auch Lichtblicke, wenn die handelnden Akteure selbst gestalten. Das elektronische Beantragungs- und Genehmigungsverfahren – Zahnärzte (EBZ) macht das Leben für die Zahnarztpraxen und ihre Patienten leichter. (Fast) kein Papier auf dem Weg vom HKP zur Genehmigung. Der digital versendete Antrag kommt fast direkt digital genehmigt zurück – Terminvereinbarung, Behandlung, Abrechnung. So schön kann Digitalisierung sein.

Quote per Gesetz

Und mit dem Krankenhauspflegeentlastungsgesetz hat die Politik der Standespolitik noch ein Überraschungsei ins Nest gelegt – in letzter Minute wurde da noch die Frauenquote für Vorstände von KZVen und der KZBV hineingeschrieben und beschlossen. So ganz groß war die Überraschung dann doch nicht. Überrascht waren am Ende dann vor allem die Männer, die dachten, sie könnten jetzt mal sechs Jahre so weiter wurschteln. Falsch gedacht. Aber woher sollen jetzt die vielen zu wählenden Frauen kommen, die man bislang meist so sträflich wenig gefördert hat? Und was, wenn die zur Wahl antretenden Frauen von den Vertreterversammlungen nicht gewählt werden? Wir lassen uns überraschen.

Gesundheit und Kapitalismus

Jetzt auf einmal ist das politische Gejammer groß. Erst hat man die die Büchse der Pandora weit und weiter für Investoren im Gesundheitswesen geöffnet und nun klagt Lauterbach im Interview mit der „Zeit“: „Wir wollen keine Investoren-Medizin. Medizin ist eine Fürsorge auf Grundlage der Wissenschaft. Keine Ware des Kapitalismus.“ Lange hat die Politik mit teils fragwürdigen Gesetzen viel zu vage Regeln zur Beteilung der Ökonomie am Gesundheitswesen festgelegt und Investoren nach und nach Tor und Tür geöffnet. Folgen jetzt schärfere Spielregeln für Investoren? Konsequenzen? Mit welchen Erwartungen an Lauterbach startet das Jahr 2023? Irrlichter können auch hell leuchten.

Titelbild: © Елена Бутусова - stock.adobe.com